Fahrzeugbrief verloren? Information zu Kosten & Recht

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Wofür dient der Fahrzeugbrief?

Der Fahrzeugbrief ist eine amtliche Urkunde und der Nachweis über die offizielle Zulassung eines Kfz. Im Fahrzeugbrief werden alle individuellen Daten des Fahrzeuges wie die Fahrzeug-Indentifizierungsnummer, die Zuteilung des amtlichen Kfz-Kennzeichens sowie die Übereinstimmung des Fahrzeugs mit den technischen Zulassungsvorschriften, auch allgemeine Betriebserlaubnis genannt, aufgeführt.

Im Fahrzeugbrief ist eine natürliche oder juristische Person eingetragen, die über das Fahrzeug verfügen kann. Bei einer vorübergehenden Abmeldung des Fahrzeugs wird der Fahrzeugbrief nicht abgegeben, sondern mit einem entsprechenden Vermerks versehen, da er sonst seine Gültigkeit verlieren würde.

Bei einer Neuausstellung wird die seit 2005 von der EU vorgeschriebene Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II ausgestellt. Die Zulassungsbescheinigung Teil I entspricht dem Fahrzeugschein, die Zulassungsbescheinigung Teil II entspricht dem ehemaligen Fahrzeugbrief und gilt als Eigentumsnachweis des Fahrzeughalters.

Was muss man tun, wenn der Fahrzeugbrief verloren ist?

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Der Verlust sollte umgehend der zuständigen Zulassungsstelle gemeldet werden.

Sobald man feststellt, dass man seinen Fahrzeugbrief nicht mehr auffinden kann, sollte man den Verlust umgehend bei der zuständigen Zulassungsstelle anzeigen und sich um die Neuausstellung dieses wichtigen Dokumentes kümmern. Die Zulassungsstelle gibt die Verlustinformation an das Kraftfahrtbundesamt weiter. Oft wird dann auf Kosten des Antragssteller eine Verlustanzeige im Bundesverkehrsblatt veröffentlicht.

Dies ist vor allem dann nötig, wenn der Autobesitzer nicht lückenlos nachweisen kann, dass der Kfz-Brief an ihn ausgehändigt wurde. So könnte beispielsweise eine Bank oder ein Drittschuldner im Besitz dieses Dokumentes sein, um ein Darlehen zu sichern oder weil er über Recht am Fahrzeug verfügt. Erst nach erfolgreicher Veröffentlichung, wofür im Schnitt eine Zeit von etwa drei Wochen anzusetzen ist, ist eine Neuausstellung des Fahrzeugbriefes möglich. Ohne die vollständigen Dokumente ist weder ein Verkauf noch eine Um- oder Abmeldung des Fahrzeuges möglich. Die Umschreibung des Fahrzeugs auf einen anderen Namen, also eine neue Halterin oder einen neuen Halter, ist vor Ablauf der Aufbietungsfrist nicht möglich.

gesetz

Wer den Fahrzeugbrief findet, hat kein Anrecht auf das Fahrzeug bzw. kann sich nicht als neuer Eigentümer glücklich schätzen.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist jedoch ein Finder eines Fahrzeugbriefes nicht automatisch der neue Eigentümer! Trotzdem sollte man keine Zeit verlieren und sich um ein neues Dokument kümmern. Der Verlust des Fahrzeugbriefes und der Übergang auf einen Dritten begründet aus rechtlicher Sicht keinen Eigentumswechsel. Ein verlorener oder gestohlener Fahrzeugbrief macht aus dem Finder oder gar dem Dieb keinesfalls den neuen Eigentümer des Fahrzeugs. Der Fahrzeugbrief ist zwar eine Beweisurkunde, den Übergang des Eigentums am Fahrzeug übernimmt er nicht. Der Fahrzeugbrief übernimmt also allenfalls eine Sicherungsfunktion.

Spätestens wenn man sein Auto abmelden möchte, braucht man einen neuen Fahrzeugbrief

zulassungsstelle

Bei der Abmeldung eines Fahrzeugs bei der Zulassungsstelle wird der Fahrzeugbrief benötigt.

Bei der Zulassungsstelle muss man sich mit einem gültigen Ausweis identifizieren können, ebenso muss der Nachweis über die Abgassonderuntersuchung und die Prüfbescheinigung der Hauptuntersuchung vorgelegt werden. Auch der Fahrzeugschein muss zur Überprüfung der Daten vorgelegt werden. Sollte es sich um die Anzeige eines gestohlenen Fahrzeugbriefes handeln, muss auch die polizeiliche Diebstahlsanzeige mitgebracht werden. Wird ein verloren gegangener Fahrzeugbrief angezeigt, muss bei der Zulassungsstelle eine eidesstattliche Erklärung über den Verlust des Dokuments erbracht werden. Diese eidesstattliche Erklärung kann auch vor einem Notar abgegeben und der Zulassungsstelle übergeben werden, dies ist aber mit höheren Kosten verbunden.

Sollte der Halter des Fahrzeuges in Ausnahmefällen nicht selbst zur Zulassungsstelle kommen können, ist es unter bestimmten Auflagen möglich, sich dabei vertreten zu lassen. Die Bedingungen variieren bei den verschiedenen Ämtern und es ist sinnvoll, sich vorher genau nach den geforderten Unterlagen zu erkundigen. Meist wird für die Vertretung auch eine eidesstattliche Versicherung verlangt, sodass im Falle einer Bevollmächtigung auf jeden Fall die Gebühren für die notarielle Beurkundung anfallen. Außerdem benötigt der Bevollmächtigte eine Vertretungsvollmacht und muss sich mit Personalausweis oder Pass und einer Meldebestätigung des Einwohnermeldeamtes ausweisen können. Eine Vertretung bei der Zulassungsstelle ist auch mit einem stark erhöhten Zeitaufwand verbunden, deshalb sollte sie wirklich nur im Notfall in Erwägung gezogen werden.

Kosten bei Neuausstellung des Fahrzeugbriefes

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Zulassungsbescheinigung I Kosten betragen 10,90 Euro
Zulassungsbescheinigung II Kosten betragen 58,80 Euro

Wie teuer kommt dem Autobesitzer die Neuausstellung? Die Gebühr zur Ausstellung der Zulassungsbescheinigung I beträgt 10,90 Euro. Bei Verlust des Fahrzeugbriefes ist auch der Austausch des Fahrzeugscheines gegen die Zulassungsbescheinigung I zwingend vorgeschrieben. Dazu wird der Fahrzeugschein eingezogen und die Zulassungsbescheinigung I ausgegeben.

Die Ausstellung für die Zulassungsbescheinigung II beträgt 58,80 Euro. Diese ersetzt künftig den Fahrzeugbrief. Wenn die eidesstattliche Verlusterklärung nicht bei der Zulassungsstelle abgegeben wird, kommen noch Gebühren für die eidesstattliche Versicherung bei einer Notarin oder einem Notar hinzu. Bei den meisten Zulassungsstellen müssen die anfallenden Gebühren nicht bar eingezahlt werden, meistens ist eine Zahlung mit der EC-Karte mit PIN-Eingabe möglich. Über den Daumen kostet der Verlust oder Diebstahl des Fahrzeugbriefes also zwischen 70 und 120 Euro.

Ärgerlich ist es, wenn der Fahrzeugbrief nach diesem ganzen Procedere und den angefallenen und doch erheblichen Gebühren dann doch noch auftaucht. Wie soll man sich denn dann verhalten? Experten empfehlen, den Fahrzeugbrief zur Entwertung bei der zuständigen Zulassungsstelle abzugeben.

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